Der Mozart-Effekt

Unter dem von Don Campbell geprägten Begriff des Mozart-Effekts versteht man die Annahme, dass die visuell-räumliche Leistungsfähigkeit eines Menschen anhand von gehörter Musik, allem voran derer von Wolfgang Amadeus Mozart, gesteigert werden kann. Dabei ist der Effekt jedoch eher weniger auf die speziell von W. A. Mozart komponierte Musik zurückzuführen, sondern kann vielmehr anhand der durch die gehörte Musik verursachten, positiven Erregung erklärt werden.

Ein intensiv erforschtes Phänomen

Der durchaus positive Einfluss von Musik auf die kognitive Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns ist wissenschaftlich bewiesen. Im Jahre 1993 konnten Wissenschaftler der University of California, Irvine die verbesserte IQ-Leistung nach dem Hören klassischer Musik bei zahlreichen Test-Kandidaten nachweisen.

Don Campbell ließ sich daraufhin den Begriff Mozart-Effekt patentieren, nachdem der zuvor erforschte Effekt in den auf die Versuchsreihe folgenden Aufzeichnungen seinen Namen erhalten hatte. Die kalifornische Forschergruppe ließ in ihrer Studie über 30 Studenten Mozarts „Sonate für zwei Klaviere in D-Dur“ anhören, bevor diese dann einen Intelligenz-Test mit Aufgaben zur räumlichen Vorstellungskraft lösen mussten. Dabei erzielten sie deutlich bessere Ergebnisse, als bei den Malen, als sie vor dem Test eine Entspannungs-CD angehört hatten, beziehungsweise als sie zuvor einige Minuten in absoluter Stille verbracht hatten.

Positive Reaktionen der US-Regierung

Nachdem die Studien um die kalifornische Forschergruppe veröffentlicht worden waren, fand die neu entwickelte Theorie äußerst großen Anklang bei der Bevölkerung. Sogar die amerikanische Regierung versuchte, die neu gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und ordnete eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen an, welche auf den Ergebnissen der Studie basierten und zur Verbesserung des amerikanischen Bildungssystems beitragen sollten.

So wurde eine Zeit lang jeder schwangeren Frau eine klassische Musik-CD geschenkt und außerdem in Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen vermehrt klassische Musik gespielt, um die Aufnahmefähigkeit der Kinder zu steigern.

Positiver Effekt oder nicht?
Trotz der durchweg positiven Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 1993, gab es immer wieder Forscher, welche den Erfolg anzweifelten oder zumindest nur von einer kurzen, temporären Leistungssteigerung ausgingen. Jedoch erbrachte die Forschergruppe der ersten Studie auch nachfolgend immer wieder neue, ihre ersten Resultate bestätigende Ergebnisse.

So ergaben weitere Studien, dass die Resonanz der kognitiven Fähigkeiten auf die Musik von Mozart tatsächlich wesentlich höher ist, als auf die anderer Komponisten (in diesem Fall der von Philip Glass). Außerdem wiesen ebenfalls getestete Ratten eine gesteigerte kognitive Leistungsfähigkeit auf, nachdem sie zuvor mit Mozarts Musik beschallt worden waren.

Bereits Einstein schwor auf die Unterstützung durch Musik

Dass das Hören von Musik die unterschiedlichsten Einflüsse auf das Bewusstsein hat, ist unumstritten. Bereits Albert Einstein verließ sich beim Lösen kniffliger Probleme auf die unterstützende Wirkung der Musik. Bei weiteren Studien fiel außerdem eine Tatsache deutlich ins Auge:

Vor allem nicht so intelligente Probanden schnitten bei Tests wesentlich besser ab, nachdem sie klassische Musik angehört hatten.

Im Allgemeinen lässt sich über die Wirkung des Mozart-Effekts Folgendes zusammenfassen:

  • die kognitive Leistung wird nach dem Hören klassischer Musik, vornehmlich der von Mozart, zumindest kurzfristig, wenn nicht sogar längerfristig positiv beeinflusst
  • das Hören von Musik nimm in jedem Fall Einfluss auf das emotionale Befinden und somit zumindest indirekt auf die daraufhin erfolgende kognitive Leistungsfähigkeit (da ein positiv gesinnter Mensch stets zu besser Leistung imstande ist)
  • trotzdem ist das Forschungsfeld in Bezug auf den Mozart-Effekt noch lange nicht abgedeckt und weitere belegende Studien sind angebracht
  • es hängt auch vom jeweiligen Menschen ab, auf welche Art von Musik er positiv und auf welcher er negativ reagiert